Die UNESCO und das Weltkulturerbe

 

Seit November 2000 besitzt Deutschland mit dem Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Insel Reichenau im Bodensee zwei neue Weltkulturerbestätten. Ein Anlass das Weltkulturerbe der UNESCO näher zu beleuchten.

 

Das Weltkulturerbe ist ein Projekt der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation), die wiederum als Teilorganisation zur UNO gehört. Ziel der UNESCO ist es, "durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen".

Die UNESCO hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Naturgüter der Menschheit, die einen "außergewöhnlich universellen Wert" besitzen, zu erhalten. 1972 hat sie daher das "Internationale Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" verabschiedet, welches mittlerweile 161 Staaten unterzeichnet haben. Weltweit sind mittlerweile 690 Stätten aus 122 Staaten auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet.

Die meisten davon gehören in die Kategorie "Kulturerbe". Das UNESCO-Kulturerbe umfasst Baudenkmäler, Städteensembles, archäologische Fundstätten und Kulturlandschaften, Industriedenkmäler, und einzelne Kunstwerke wie Felsbilder. In Deutschland, das seit 1976 zu den Unterzeichnerstaaten gehört, gibt es 24 Stätten. Bis auf eine Ausnahme (Fossillagerstätte Grube Messel) sind dies ausschließlich Kulturerbestätten, die überwiegende Menge davon sind Baudenkmale und Stätteensemble.

Über die Aufnahme von neuen Stätten entscheidet jährlich ein durch die UNESCO eingerichtetes Komitee, in dem Experten aus 21 Ländern der Unterzeichnerstaaten vertreten sind. Beim letzten Treffen vom 27. November - 2. Dezember letzten Jahres wurden in Australien 61 neue Welterbestätten aufgenommen. Die Stätten werden von den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen. Als Kriterien für die Aufnahme zählen "Einzigartigkeit" und "Authentizität" eines Kulturdenkmals oder der "Integrität" einer Naturerbestätte.

Mit der Unterzeichnung der Welterbekonvention verpflichtet sich jedes Land dazu, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen Welterbestätten aus eigenen Mitteln zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Finanzielle Unterstützung gibt es nur in besonderen Bedarfsfällen. Eine Weltkulturerbestätte zu besitzen bedeutet also zwar eine Auszeichnung, bringt aber in erster Linie viel Verantwortung mit sich.

Welterbestätten, die durch Natur- und sonstige Katastrophen, Krieg, städtebauliche Vorhaben oder private Großvorhaben ernsthaft bedroht sind, werden auf die "Rote Liste" des Weltkulturerbes gesetzt. Hierzu gehören derzeit 30 Kultur- und Naturstätten.

 

Links

Die offizielle internationale Seite der UNESCO (engl.)
Hier erhält man Informationen zu Organisation und Tätigkeitsfeldern der UNESCO. Unter anderem gibt es eine Fotobank und interaktive Touren durch ausgewählte Weltkulturerbestätten. (Seite auch in anderen Sprachen erhältlich)

Worldheritage auf den offiziellen Seiten der UNESCO (engl.)
Alle Weltkulturerbestätten findet man unter "Sites", hier gibt es weiterführende Links zu den einzelnen Stätten bei Partnerinstitutionen.

Die offizielle Seite der UNESCO Deutschland
Viele Informationen der internationalen Seite gibt es hier auf deutsch. Unter Arbeitsgebiete / Welterbe findet man eine Liste aller neuen Weltkulturerbestätten, sowie Artikel zu den einzelnen deutschen Weltkulturerbestätten.

Unesco Weltkulturgüter in Deutschland
Dieser privaten Seite enthält kurze Artikel und Bilder zu allen deutschen Weltkulturerbestätten sowie weiterführende Links. Leider ist die Seite nicht mehr aktuell, verschiedene Adressen stimmen nicht mehr.

Unesco, Welterbe Deutschland

Die private Seite von Wolfgang Werner bietet kurze Informationen und Querverweise zu den meisten deutschen Weltkulturerbestätten, die Links sind aber auch hier nicht immer aktuell.

 

 


 

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Ulrike Johnson, E-Mail: ulrikejohnson@gmx.net